Ungarn öffnet Geheimpolizei-Akten für Öffentlichkeit

Újfalusi Németh Jenő / Wikimedia Commons - CC BY-SA 3.0 - Originalbild - Ausschnitt
In Österreichs Nachbarland Ungarn sind Verzeichnisse der früheren kommunistischen Staatssicherheit jetzt öffentlich zugänglich. Die Regierung von Ministerpräsident Peter Magyar setzt damit ein Wahlversprechen um. Über das Internet lassen sich Namen und persönliche Angaben von Menschen einsehen, die der Geheimdienst als Informanten führte. Bisher war die Einsicht nur eingeschränkt möglich.
Die Veröffentlichung ist noch nicht vollständig: Weitere Unterlagen zur Anwerbung sollen im Februar 2027 folgen. Viele Akten wurden bereits während der Diktatur oder in der Wendezeit vernichtet. Der Archivdirektor warnt zudem davor, sämtliche Angaben der Staatssicherheit für wahr zu halten. Ein verzeichneter Name allein beweist keine bewusste Spitzeltätigkeit.
Die Öffnung fällt auf den Jahrestag der Niederschlagung des ungarischen Aufstands durch sowjetische Truppen am 4. November 1956. Magyar erwartet schwierige Erkenntnisse für viele Familien. Kritiker befürchten vorschnelle Urteile über Menschen, deren damalige Lebensumstände aus den veröffentlichten Daten nicht ausreichend hervorgehen.


